Eva Dollinger

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10. Platz beim Ironman Südafrika

10.04.2011 Ein langer Arbeitstag geht zu Ende. 10. Platz in der Profiwertung, 11. Platz Gesamt (Damen) und 800 gute Punkte für die IRONMAN Qualifikationsliste sind die reinen Fakten. So nüchtern und trocken war es für mich aber dann doch nicht....


Es war äußerst riskant 7 Wochen nach einem Knochenmarksödem (Vorstufe zum Ermüdungsbruch) mit 6 wöchiger Laufpause einen IRONMAN zu starten. "Vielleicht bist du ja super frisch beim Laufen, erholt und kannst so richtig Gas geben", meinten einige, die mich sicherlich einfach nur aufbauen wollten. Mir selber war etwas unwohl bei dem Gedanken unter diesen Voraussetzungen einen Marathon zu laufen. Schließlich ist mir mein Körper sehr viel wert und ich war mir bewusst welche Strapazen auf mich zukommen. Aber nun von Anfang an.

Ein wunderschöner Tag erwartete uns. Mit Sonnenschein, relativ windstill und eigentlich perfekten Bedingungen, zeigte sich Port Elizabeth von seiner schönsten Seite.
Punkt 7:00 fiel der Startschuss zum IRONMAN. 2 Runden im relativ ruhigen Meer waren zu absolvieren. Als 5te Dame mit nur sehr wenig Rückstand auf die führenden Damen (1 Minute 20 sec auf die spätere Siegerin Chrissie Wellington) schwang ich mich selbstbewusst auf mein Specialized Rennrad.  Von Beginn an waren die Beine richtig gut und ich fand schnell meinen Rhythmus. Die ersten 120 km hielt ich den Rückstand auf die sehr guten Radfahrerinnen (Rachel Joyes und Amanda Stevens) sehr konstant. Nur Belinda Granger und natürlich die Ausnahmeathletin Chrissie Wellington fuhren allen anderen davon. In der 3ten Runde kam aber dann ein leichter Einbruch. Weniger von der Kraft her, sondern mehr vom Energetischen - wie ein Hungerast. Ich habe somit also alles gegessen was ich noch mithatte, jedoch bevor diese Energie in meinen Beinen war, war das Radfahren auch schon vorbei ;-) Als Gesamt 7te wechselte ich auf das Laufen. Schon die ersten Meter fielen mir schwer. Ich dachte mir aber, vielleicht komm ich noch rein, so wie bei anderen Wettkämpfen auch. Leider wurde mein Zustand immer schlimmer. Obwohl ich versuchte schnell zu laufen bewegte ich mich kaum weiter. Gefühlt und auch "real" war ich super langsam und konnte mich nur im Grundlagentempo bewegen. Ich weiß eigentlich selber nicht wie ich es geschafft habe diesen Wettkampf fertig zu machen. Ich habe den Marathon einfach durch gezogen, auch wenn es in jeder Hinsicht, körperlich und mental sehr weh getan hat. Der Fuß spielte aber sehr brav mit. Weder im Wettkampf, noch nachher habe ich ihn gespürt. Als 10te Profi Dame finishte ich mit einer 10:00:27 Zeit. Am liebsten wäre ich gleich weiter ins Hotel gelaufen (geflüchtet). Am Ende des Tages war ich aber froh durch gebissen zu haben. Für die Hawaii Qualifikation war es mir Wert zu "leiden", auch wenn ich unter anderen Qualifkationsregeln diesen Wettkampf niemals (einfach aus rationalen und gesundheitlichen Gründen) fertig gemacht hätte bzw. an den Start gegangen wäre. Aber es ist wie es ist und man muss es nehmen wie es ist. Den Top 30 Frauen, die in Hawaii um den Weltmeistertitel kämpfen dürfen bin ich auf jedenfall gewaltig  näher gerückt. Von Platz 147 machte ich den riesigen Sprung auf Platz 56 im Worldranking....! Das ist auf jeden Fall eine tolle Sache und etwas worauf man aufbauen kann. Die nächsten Tage sehen auf jeden Fall super ruhig aus. Wir werden auf jeden Fall eine Safari machen, um auf andere Gedanken zu kommen und die Seele etwas zu streicheln.

Das Resümee ist, dass es alles andere als leicht war, aber sich dennoch gelohnt hat den IRONMAN in Südafrika zu bestreiten. Alles andere, bessere Leistungen und Zeiten kommen noch.

Ein Tipp für alle: nur mit einer guten Vorbereitung kann man einen IRONMAN auch wirklich genießen! Also trainiert konstant, sinnvoll und intelligent, dann werden sich eure Träume auch erfüllten!

Alles Liebe Eure Eva




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